Thomas Lipski: Die Konzertsaalorgel in Deutschland

39,90 

Beschreibung

Wenn Sie heute einer Fernsehübertragung oder auch einem Konzert in einem renommierten Konzerthaus beiwohnen, so nehmen Sie vielleicht überrascht wahr, daß sich an der Stirnseite des Orchesterpodiums eine repräsentative Orgel befindet.
Nur in seltenen Fällen ist dieses Instrument zu hören – allein oder als Begleiter. Doch ein überaus reichhaltiges Repertoire an Originalwerken für symphonische Orgel und Sinfonieorchester, läßt diese Instrumente in der letzten Zeit aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.

Begleiten Sie Dr. Thomas Lipski bei einer Entdeckungsreise durch Deutschland. Verfolgen Sie die Entwicklung der Konzertsaalorgel von den Anfängen bis zum abrupten Ende in den Wirren des II. Weltkriegs.

Welche für diese Entwicklung internationalen Impulse waren entscheidend? Wie wurden diese instrumentenbautechnisch von renommierten Werkstätten umgesetzt? Diesen, nicht nur für Orgelbauer spannenden Fragen, nimmt sich Lipski in der erforderlichen Breite an und legt ein in seiner Tiefe maßgebliches Grundlagenwerk zur Organologie vor.
Thomas Lipski
Die Konzertsaalorgel in Deutschland von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in den II. Weltkrieg
ISBN 978-3-928243-33-9
600 Seiten, Hardcover, Lesebändchen, gebunden
gebundener Ladenpreis 39,90 EUR
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Ins Buch hineinblättern? Hier.
Die Geschichte und Ausbreitung der Orgel im Konzertsaal – insbesondere in Deutschland bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Weshalb wurden und werden Orgeln in Konzertsälen aufgestellt? Wie läßt sich dieses Phänomen erklären?
Welchen Anforderungen muß eine Konzertsaalorgel heute wie damals gerecht werden?

Umfangreiche Dokumentation von 100 Orgeln in deutschen Konzertsälen einschließlich einiger exponierter Instrumente im deutschsprachigen Ausland.

1 Bewertung für Thomas Lipski: Die Konzertsaalorgel in Deutschland

  1. PeterEwers

    von Gerhard Walcker-Mayer
    Thomas Lipski „Die Konzertsaalorgel in Deutschland – von den Anfängen im 19.Jahrhundert bis in den II.Weltkrieg“ ISBN-13-978-3-928243-33-9
    und als Ebook ISBN-13-978-3-928243-34-6 (kann geordert werden bei http://www.vpe-web.de )

    — ein großer Wurf, ein gutes Buch, ein wichtiges Buch. Warum?

    Man könnte meinen, dass dieses Buch zur richtigen Zeit erscheint. Zu einer Zeit in der man sich anschickt, die Orgel wieder einmal aus der säkularen Perspektive sehen zu wollen- um so wenigsten die Orgel vor den Flutungen der Kirche zu retten. Wie einst symbolisch die Titanic-Orgel gerettet werden sollte, weil der Orgelbauer andere Probleme hatte, als eine Schiffsreise nach Neu-York.

    Aber lassen wir diese Diskussion. Denn Reden über Orgel wird auch in Zukunft und vielleicht auch in hundert Jahren ein Reden sein über die Orgeln des 17. bis 19. Jahrhundert.

    Wobei uns nun Thomas Lipski vielleicht die Tür aufgemacht hat, auch Orgeln zu sehen und zur Kenntnis zu nehmen, die ohne dieses Buch unseren Blickwinkel nicht mehr erreicht hätten.

    Ich weiß nicht, ob in einer postindustriellen Zeit überhaupt noch das Interesse für solcherlei pluralistische Ausformungen der Orgelvielfalt erhalten bleiben wird, oder ob es wie in manchen Orgelkonzerten zugeht, wo sieben wackere Orgelklangfetischisten das Fähnlein der Getreuen halten.

    Aber sicher weiß ich, dass bis dato kaum ein Orgelbuch erschienen ist, das in derartig guter Aufmachung, in solch grundsolider Recherche und dazu noch eines der spannendsten Kapitel der deutschen Orgelgeschichte sachgerecht serviert. Dabei wird auch verstanden die Spannung wie in einem Kriminalroman bis ans Ende aufrecht zu erhalten.

    Ganz großen Dank an Thomas Lispki für diese mühselige Kleinarbeit, die wieder einmal zeigt, was gute Musikwissenschaftler zu leisten in der Lage sind.

    Es war mir eine unheimliche Freude, im Laufe der letzte vier oder fünf Jahre ab und zu mit Thomas Lispki über dieses Buchprojekt telefonieren zu können, weil das Thema mich immer schon interessiert hatte.

    Auch später deshalb, weil wir mit unseren Orgeltätigkeiten einen gewissen Höhepunkt nach dem Untergang des Hauses Walcker im Jahre 1999 in der Restaurierung der Walcker-Konzertsaal-Orgel in Bukarest hatten, was übrigens zur Folge hatte, dass wir heute an der Konzertsaalorgel in Rom, Santa Cecilia tätig sein dürfen, die leider nur noch das Gehäuse von Walcker hat, dafür aber einer ganz eigenwilligen Idee des großen Lehrers und Orgelspielers Fernando Germani in Sachen „Neobarockorgel“ folgt.

    Für alle Fachleute, die das alles weniger interessieren wird, sei gesagt, dass in diesem Buch rund achtzig Orgeln besprochen werden und in System und Disposition beschrieben sind.

    Das Buch hat insgesamt 437 Seiten. Es beginnt im I.Teil mit Historischen Aspekten (in England, Frankreich, die Reformbewegungen im 20Jh., Konzert – und Saalorgel des Dritten Reichs). Im II. Teil werden besprochen, die Akustik der Konzertsäle, Prospektgestaltungen und Positionierungen im Konzertsaal, es werden alle technischen Windladensysteme erläutert. Dazu kommen Erklärungen zu Spieltischeinrichtungen, Windversorgung, pneumatische Balanciers und elektrische Trakturen. Auf über 25 Seiten wird sehr dezidiert auf die klanglichen Innovationen eingegangen.

    Hier ist sehr interessant die Erläuterung des dynamischen Dispositionsprinzips und leider etwas zu wenig, die Bedeutung der Mensuren. (würde aber den Rahmen des Buches sicher sprengen).

    Der wichtigste und bedeutendste Teil ist natürlich der III. Teil, die Dokumentation der verschiedenen einzelnen Orgeln.

    Das ist auch sehr gut mit den schwarz-weißen Fotos gelungen, die gut ins Buch integriert wurden.

    Nach meiner Zählweise sind es 75 Orgeln bis 1945, dann werden noch die historischen und neugestalteten Orgeln in Wien Musikverein, Wien Konzerthaus, Salzburg Mozarteum und Zürich Tonhalle sehr gut mit Dispositionen erwähnt.

    Ich denke, dass man die ersten beiden Teile des Buches mit größter Freude und erheblichem Gewinn rasch durchlesen wird und das der III.Teil für viele Leser seine Spezialitäten haben wird, die man einfach wissen will. Dann aber steht das Buch als gutes Nachschlagewerk im Regal, das bei vielen Fragen umfangreiche und genaue Antworten weiß.
    Gerhard Walcker-Mayer
    http://orgelbuch.walcker.com/2010/07/23/thomas-lipski-%E2%80%9Edie-konzertsaalorgel-in-deutschland/
    (besucht am 20.8.2010)

    Thomas Lipski: Die Konzertsaalorgel in Deutschland – von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in den II. Weltkrieg. Eine Dokumentation. Paderborn 2010 (Verlag Peter Ewers) auf NDR-Kultur (Hörfunk) – Besprechung und Interview

    Interview mit dem Autor Dr. Thomas Lipski
    geführt von NDR-Kultur-Redakteur Hans-Heinrich Raab

    Aufnahme: Dienstag, 27. Juli 2010
    ausgestrahlt: Freitag, 6. August 2010, NDR-Kultur

    Raab:

    Seit ein paar Tagen beantwortet sich die Frage [nach der Konzertsaalorgel] etwas leicher mit Blick auf eine umfangreiche Dokumentation, den Titel Die Konzertsaalorgel in Deutschland trägt. Autor ist der aus Bremerhaven stammende Organologe Thomas Lipski, den ich zunächst fragte, ob diese kleine Unterkapitel der Orgelbaugeschichte den wirklich so umfangreich ist, wie der Umfang des Buches suggeriert.

    Lipski:
    Es gibt an die 50 noch erhaltene Konzertsaalorgeln in Deutschland, die größtenteils ungenutzt bleiben, weil Unkenntnis über das Repertoire herrscht.

    Raab:
    Doch was unterscheidet eine solche von einer landläufigen Kirchenorgel, auf der man ja auch Konzerte geben kann.

    Lipski:
    Zunächst im Prinzip gar nichts. Jedoch sind besimmte Ausgestaltungen in der Disposition,

    Raab:
    also der Gesamtzahl und Zusammenstellung einzelner Register,

    Lipski:
    Der Mensuration,

    Raab:
    also der klangbestimmenden Maße einer Pfeife

    Lipski:
    und auch im Bereich der Spielhilfen,

    Raab:
    zum Beispiel programmierbarer Registrierungen,

    Lipski:
    vorhanden, die der Literatur des vor allem im 19. aber auch des 20. und 21. Jahrhunderts gerecht werden muss.
    Ich hatte Gelegenheit an Material zu kommen u. a. von verschiedenen Orgelbaufirmen, die in früherer Zeit solche Instrumente gebaut haben, [um] einmal zu dokumentieren, was sich auf diesem Gebiete in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert bis in die Zeit des II. Weltkrieges abgespielt hat.

    Raab:
    Und das ist eine Menge. Die Ergebnisse dieser Recherchen füllen weit über 400 Seiten, angereichert mit zahlreichen Dispositionen und Schwar-Weiß-Fotos aber auch grundsätzlichen Erörterungen zur Geschichte der Konzertsaalorgel. Ein Exkurs führt sogar ins Dritte Reich. Diese kultur- und musikhistorischen Darstellungen können allgemeines Interesse beanspruchen, wenn der Autor des Buches natürlich andererseits betont:

    Lipski:
    Es richtet sich zunächst einmal an die Fachwelt.

    Raab:
    Wenn es um die ideale Größe und Disposition einer Konzertsaalorgel geht, herrscht keineswegs Einigkeit unter den Experten. Im Widerstreit der Argumente mag es da ausgesprochen klärend wirken, sich einen historischen Überblick zu verschaffen. Bei seinen Recherchen kam Thomas Lipski zu einer Erkenntnis, die das Leben längst bestätigt hat:

    Lipski:
    Die Größe allein macht es nicht, wenn man von der Registerzahl ausgeht. Sie muss aber bestimmte Frequenzbereiche abdecken, die ein Sinfonieorchester oder auch ein Chor nicht abdecken kann. Das sind vor allem die Grenzbereiche im Bass, also die Subkontraoktave, als auch der äußerste Diskant…

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