Orgelsachverständiger

Mein besonderes Interesse gilt dem Orgelbau. Schmunzelnd erinnere ich mich an jenen Sonntagsausflug im VW Käfer mit der ganzen Familie in das gut 40 km entfernt liegende Soest, zu dem ich meine Eltern flehend überreden konnte. Hatte ich doch von den sagenhaften „Spanischen Trompeten“ an der Klais/Feith-Orgel im Patrockli-Dom gelesen. Die zufälligerweise dort gegebene Orgelvesper um Fünf mit alten Meistern brachte zwar die, gut vom Kirchenschiff aus zu sehenden, Horizontaltrompeten nicht zu Gehör, aber in der Klangvorstellung des Achtjährigen wuchsen sich diese sonoren französischen „Trompettes en Chamade“ riesenhaft aus. Tatsächlich würde es noch Jahre brauchen, bis ich dieses Register selbst spielen könnte.

Der 2019 erfolgten Berufung zum Orgelsachverständigen durch die Ev. Landeskirche von Westfalen ging ein stetig wachsender Strom an Informationen im Schnittbereich von Akustik und Klangästhetik voraus, von den unzähligen Besuchen an oft verkommenen oder lieblos tot-restaurierten Instrumenten ganz zu schweigen.

Die ehrwürdige Klaisorgel der Pfarrkirche in Werne an der Lippe im Originalzustand verblüffte mich völlig. So frisch konnte Romantik klingen? Dem folgten Untersuchungen an Instrumenten verschiedener Orgellandschaften und im europäischen Ausland (Belgien, Frankreich, Italien).

Als Praktiker nur mit dem organistischen C-Examen ausgestattet, traf ich aber für die Theorie auf den damaligen Dozenten für Orgelbau Christoph Grohmann, der gerade selbst bis zum Hals in Planungen zu einem 50 Register-Orgelneubau seiner Stelle steckte, ganz im französischen Stil. Manchmal ärgere ich mich heute, daß ich wieder zu wenig geübt hatte und auch viel lieber „Orgelbau“ am Spieltisch oder in der Orgel selbst (welch ein Fest!) lernen durfte (was für Meister Grohmann stets bedeutete, aus der Not eine Tugend machen zu müssen). Nicht zu vergessen Anno Ottenstroer, Mitstreiter in der C-Ausbildung, der so manchem Pfarrherrn den ersehnten Schlüssel zur Empore zu entlocken wußte.

Die erste eigene Orgelstelle, eine aufgelassene B-Stelle mit 39 Register Konzertorgel von Klais, in einer von Gottfried Böhm geplanten Kirche mit fantastischer Akustik, fachte dieses Feuer für den Orgelbau weiter an. Denn die obligatorischen drei Zungen im Schwellwerk 16’8’4′ brachten sonntäglich „bestgestimmt“ jenen knackigen Demi-Grand-Choeur-Schmelz in die noch vorsichtigen Improvisationen, mit denen die Klangwelt des großen Instruments auszuloten war, was sich rasch herumsprach.

Weil aber die westfälischen Instrumente sonst eher klein gebaut worden waren, entwickelte ich für mein Orgelspiel regelrechte Strategien, um die allzu offensichtlichen klanglichen Mängel zu kaschieren.

Warum mußten diese Instrumente aber auch so windschwach daherkommen? Wozu sollten diese hochliegenden und viel zu oft repetierenden Mixturen eigentlich taugen? Fragen, auf die es nur im Orgelbau Antworten geben würde.

1991 die Wiedereinweihung der restaurierten Orgel von Aristide Cavaillé-Coll in Saint-Sulpice, Paris wurde für mich zu einer Offenbarung. So war doch tatsächlich „meine“ 39-Register Klais-Orgel in ST-Pius, Wiedenbrück im Tutti am Spieltisch um einiges „lauter“ als das ehrwürdige Instrument in Paris, das ich, zugegebenerweise, nur vom Kirchenschiff aus hatte hören konnte. Dennoch blieb bei mir der Eindruck haften, daß irgendetwas grundfalsch lief in meinen Registrierungen.

Ein Zufall half aus der Sackgasse: Der verreckte Schleifenzugmotor für die Mixtur der alten Feith-Orgel mit ihrem 3-manualigen Spieltisch in Sankt-Christina, Herzebrock (vor dem gelungenen Umbau durch Walcker, Ludwigsburg 1978) öffnete mir als Vertretung einer Organistenvakanz buchstäblich die Ohren: Das Instrument nur in den Feithschen Grundstimmen und Zungen gespielt, entwickelte plötzlich eine beeindruckende Kraft und Frische, die einen jene so gleissenden Mixturen und Aliquoten rasch vergessen ließen, auf die ich fortan nurmehr selten zurückgreifen würde. War das etwa des Rätsels Lösung? Wie konnte im Plenumaufbau der Orgel die Mixtur als Teil des Prinzipalchores verstanden werden? Wie hatten Silbermann und Schnitger dies gehandhabt? Der Besuch am Spieltisch in Norden an der Schnitger-Orgel einige Wochen später sollte mich dort kein einziges Stück spielen lassen. Wie betrunken war ich von diesem wunderbaren Glanz der Mixturen. So war das also zu verstehen …

1992 – 1997 dann das Kontrastprogramm zu den vielen kleinen Instrumenten Ostwestfalens. Die damals 139 Register (mittlerweile erweitert und umgebaut) der Feith/Sauer-Orgel des Paderborner Doms mit seinen 3 Teilwerken boten erdenklich viele Farbschattierungen, eine neoklassische Ästhetik (das Klangkonzept stammte von dem die Romantik liebenden, dem Neobarock als Zeitgeschmack jedoch Referenz erweisenden Prof. Karl-Josef Schmitz) und eine wahre Fülle an Klängen. Die damals „neue“ Sauer-Orgel des Westwerks (III-76) inspirierte mich sehr viel weniger als wiederum die mit alten Beständen von Anton Feith aufgebaute „Turmorgel“ (III-46) in einer riesigen Akustik, die zwar der Klangverschmelzung dienlich ist, aber dem Interpreten einiges abverlangt, will man mehr als die großen Linien zeigen. Entsprechend registriert, lief der damalige Dienstvorgesetzte sofort Sturm gegen diese „zungenlastigen“ Registrierungen, wie er meinte. Bei anderen entfachten die Registrierungen jedoch wahre Begeisterungsstürme („Wie gemacht für Tournemire!“). Jedenfalls wurden meine „abgespeckten“ Registrierungen rasch zum Markenzeichen meiner Improvisationen („Nicht laut, aber unglaublich schön.“) und wußten auch manchen Fragezeichen von Orgelbauern standzuhalten. Windprobleme gab es dort keine, aber ich hatte immer den Eindruck, daß die Grundstimmen frischer klängen, sich quasi freier entfalten würden als in den sonst üblichen Registrierungen.

Da war sie also, jene feine und noble Klangintensität, die in den Bann zieht. Eine Orgel braucht nicht laut zu spielen, was mir ja der Vergleich zwischen ST-Pius und der CC in ST-Sulpice gezeigt hatte. Vielmehr erwarte ich von einem soliden Instrument, daß ihm niemals die Puste ausgeht (ein über alle Maßen ausreichende Windversorgung) und der Klang sich profund mit Volumen in einer Art und Weise entwickelt, daß er nicht vordergründig und plakativ rasch ermüdet, sondern vielmehr zu einem inneren Lächeln führt, was sich dann auch auf den Gesichtern wiederfindet.

Kein Wunder, daß für meine Ohren die Orgel im Paderborn Dom am schönsten in seinen Grundstimmen (Kegellade, ja ich weiß wohl) klingt. Für ein symphonisch-gesättigtes Tutti konnte ich locker auf 50 (!!) Register verzichten. Auch eine Frage für den Orgelbau: Wie konnte das möglich sein?

Erstes Neubauprojekt aus meiner Feder sollte der Entwurf für eine 26 registrige Orgel einer Dorfkirche sein, ganz im Stile einer üppigen Hausorgel nach CC (natürlich mit 32′). Die Disposition fand sofort Beifall des zuständigen Orgelsachverständigen. Die Frage danach, wer ein solches Instrument in Deutschland bauen könnte, brachte wiederum zahlreiche Kontakte zu angesehenen und renommierten Orgelbaumeistern, die sich häufig erstaunt zeigten über meine nicht müde werdenden Nachfragen. Das ist Orgelbau eben auch, ein Dialog über Orgelbaulandschaften hinweg, allein ausgerichtet auf die Suche nach dem guten Klang.

Die bei vpe (Verlag Peter Ewers) mittlerweile erschienene Fachliteratur rund um die Organologie, also die eher wissenschaftliche Befassung mit dem Thema Orgelbau brachte neue Kontakte zu Interpreten, Intonateuren, Bauherren, Sachverständigen, Architekten und Konservatoren. Manche suchten kritischen Rat („Kannst Du mal über die Disposition schauen?“) oder Hilfe („Wie hätte Cavaillé disponiert?“) in spannenden Detailfragen.

Besonders freue ich mich dann über „Orgelproben“, wo mir Gelegenheit gegeben wurde, zumeist im Werkstattkonzert oder in der Kirche, meist unter Ausschluß der Öffentlichkeit vor der Einweihung „die neue Kiste auf Herz und Nieren“ einer Probe zu unterziehen. Gern erinnere ich mich an einen Orgelbaumeister, der mich immer auf den letzten Drücker vor der Weihe eines neuen Instruments anrief und mich dringend bat zu kommen, um seine neue Orgel „abzunehmen“. Er würde ruhiger schlafen bis zur Weihe, wenn er wüßte, daß sie das überstanden hätte, so sein Credo.

Erster Prüfpunkt: Die Windversorgung! Die Grundstimmen 16’8’4′ in der großen Oktave mit Doppelpedal und einigen flächigen Akkorden saufen den Magazinbalg leer, daß es eine Freude ist. Hält die Orgel dem stand? Wie peinlich erst kürzlich bei einer gut 50 Register-Maschine, die diesen „Test“ nur in den Grundstimmen leider nicht überstand. Hektisch wurde dann an einer Übersetzung des Drosselventils hantiert, die Federn der Windladenbälge getauscht etc. um die Kiste, passend zur Weihe, noch in windstabileres Fahrwasser zu bekommen. Abgesoffen ist sie denn auch im Weihekonzert nicht, wie ich hörte. Aber der eingeladene Interpret von Weltruhm hat beiläufig die stabile Windversorgung des Instruments erwähnt, wie mir später augenzwinkernd der Orgelbauer beichtete. Da hatte sich also gelohnt, vorher noch einmal ins Detail zu gehen.

Umbauprojekte, Mensurrückungen, Magazinbälge, Trakturführungen, Dispositionen, Prospektentwürfe und vieles andere mehr würden mich in den nächsten Jahren faszinieren. Ein renommierter Orgelbauer beauftragt mich mit der Angebotsgestaltung für seine internationalen Projekte. Studienaufenthalte in Paris an berühmten Cavaillé-Coll-Orgeln zur wirklich peinlich-genauesten Vermessung, die Assistenz bei Aufnahmen an berühmten Instrumenten in Frankreich und Deutschland mit dem Klangästheten und Tonmeister Christoph-Martin Frommen (Aeolus) schließen sich an. Überall gab es tiefe Einblicke in neue Klangwelten.

Einweihungskonzerte an translozierten oder grundlegend restaurierten Instrumenten von Ernst Röver, Wilhelm Rühlmann u.a. machen immer auch eine „Einarbeitung“ in die jeweilige Ästhetik notwendig. Viele Fragen kann nur der Orgelbau beantworten. Welch‘ Wertschätzung für den Orgelbauer, wenn man sich nicht zu schade ist, dem Klang auf der Spur bis auf den Stimmgang zu folgen. Manches wird dann auch am Spieltisch klar. Fehlentwicklungen im Orgelbau lassen sich oft herleiten. Häufig sind Instrumente meiner Meinung nach nicht wirklich ausintoniert und bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Die erfolgreiche Vermittlung (für einen Schüler der Improvisation) einer kaum noch spielfähigen Orgel von Ernst Röver aus einer vom Abriss bedrohten Mehrzweck-/Turnhalle heraus in den schönen, restaurierten neugotischen Kirchenraum einer Kirchengemeinde wurde zum weiteren Erfolg. Wie schön, wenn aus den zahlreichen Kontakten auch etwas Neues erwächst!

Zweiter Prüfpunkt: Die Güter der Intonation: Beim Umbau eines kleineren Instruments in der Kapelle der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vincenz, Paderborn mit nur 8 Registern („Da kann man doch nichts machen!“ so einer der an der Ausschreibung beteiligten Orgelbauer) komplett in einen „Generalschweller“, mit ergänzter historischer Hohlflöte Flöte und echter Voix céleste 8′, lernte ich beim sehr erfahrenen Intonateur, wie sich die Tücke im Detail auf den Klang auswirken kann. Der inneren Klangvorstellung folgend, konnte dieser eine Güte des Klangs erreichen, die das Instrument heute wahrhaft zu einem akustischen Kleinod macht – auch wenn der Gute von meinen nicht enden wollenden Listen am Spieltisch sicher längst die Nase voll hatte. Aber seine Glanzleistung gab mir Recht: Besonders in der Intonation, da geht meist noch etwas.

Und auch: Weniger ist oft mehr! In diesem Fall brauchte es nur 8 Register, um Menschen das Gefühl zu geben, hier entfaltet sich ein Klang mit edlem Schmelz, nobler Zurückhaltung und Gravität, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Der Klang einer Orgel braucht poetische Farbe, damit er wirkt. Klar ist aber auch, „Guter Klang ist harte Arbeit!“.

Netter Nebeneffekt: Mehr als 22 Jahre sollte ich dort täglich im Kloster Laudes und Messe spielen; Praxis eben. Im Nachhinein erscheint mir das nur möglich gewesen zu sein, weil der Klang dieser kleinen Orgel in allen Belangen befriedigen konnte. Ein wirklich ausintoniertes Instrument, von dem ich wußte, was ich an ihm habe.

2006 errichtet Albert Baumhoer, Salzkotten auf meine Initiative hin (Disposition, Mensuration, angepaßtes Klangkonzept) eine Orgel streng im Stil einer Chororgel nach Aristide Cavaillé-Coll. Der gefeierte Neubau von nur 11 Registern (siehe auch Veröffentlichung im Fachmagazin „ars organi“) verblüfft bis heute Kenner wie Konzertbesucher.
Bei trockener Akustik von nur 1,3 s Nachhall entfaltet die Orgel zahlreiche Farben (zwei überblasende Flöten: Flûte harmonique 8′ im Grand-Orgue und Flûte octaviante 4′ im Récit expressif), die man bei einem so kleinen Instrument nicht vermuten würde (Basson-Hautbois 8′ und Trompette harmonique 8′ im Récit expressif). Die mit doppelten Ventilen ausgestattete 16′-Lage (Bourdon 16′ des Grand-Orgue ist auch Soubasse 16′ des Pédal) zaubert zusammen mit der Koppel „Octave grave II – I“ in zwei zur Seite und das Dach abstrahlenden Schwellwerken eine Klangfülle, die auch der einer sehr viel größeren Schwester in Nichts nachsteht.

Festschrift

Bei nur 11 Registern lassen sich kaum mehr Vielfalt und Farbe erzeugen. Einmal mehr hatte sich, 100 Jahre nach dem Tod des französischen Ausnahme-Orgelbaumeisters, dessen geniales Klangkonzept bewährt. In der Folge gaben sich die Orgelbaumeister die Klinke in die Hand, um Orgelbau par excellence („Hören wie Gott in Frankreich“) kritisch zu beäugen.

Der Neubau eines großen Instruments mit Kastenlade („Was? Das gibt es noch? Wozu soll das denn gut sein?“) in der Ästhetik der deutschen Romantik nach Ernst Röver und nachfolgendem Einweihungskonzert behalte ich stets in guter Erinnerung, weil ich an diesem Instrument nicht nur den größten Teil meines Jahresurlaubs als Helfer beim Pfeifenschleppen und Orgelbaugehilfe geopfert habe (streng vergütet nach der Schreineraushilfslohntabelle), aber eben auch meine Ohren quasi als „Leiharbeiter“ für die Intonation zur Verfügung stellen durfte.
Selbst zu Intonieren war mir naturgemäß nicht vergönnt. Denn dafür braucht es jahrelange Übung mit dem Skalpell und ein wirklich überragendes Gefühl für Material und Werkzeug, das sich nun bei weitem nicht durch Praktika etc. erwerben läßt. An dieser Stelle braucht es schlicht Erfahrung, wie sie sich nur den besten Orgelbauern erschließt und seit Jahrhunderten eben diesen auch vorbehalten bleibt. Aber es gab Klangvorstellungen meinerseits, Beobachtungen am Spieltisch über die Wirkung einzelner Eingriffe, die hochwillkommen waren für den sehr erfahrenen Intonateur. Was für eine Freude mitzuerleben, wenn auf diese Weise die romantische Orgel, mit ihren unzähligen Farbnuancen, zu einem Kunstwerk wird.

2018 die Begleitung eines weiteren Orgelneubaus mit Einweihungskonzert, in der die Erfahrung mit zahlreichen historischen Instrumenten Pate stand für das zu entwickelnde Klangkonzept (vgl. Fachartikel in „ars organi“).

Diesen inoffiziellen „Abnahmen“ mit ganz viel Augenzwinkern und manchmal zusätzlichen Steinen auf der Balgplatte (so im Falle einer zu restaurierenden Orgel in ST-Nepomuk, Hövelhof, um die originalen Winddrücke für eine schlimm zugerichtete Gamba im Hauptwerk mit Erfolg zu ermitteln (95 mm WS!)), folgen jetzt also „offizielle“ Abnahmen und Gutachten, ganz im Sinne der Wahrung des Kulturerbes der Menschheit.

Manchmal werde ich gefragt, was ich dann genau zur Abnahme mache. Nur so viel: Ja, ich beginne stets mit dem Wind. Aber der soll letztlich nur dazu dienen, daß der Königin der Instrumente unterwegs nicht die Puste ausgeht. Orgelbau ist Kunsthandwerk und Orgelbauer sind keine Diplomphysiker. Aber sie schaffen – wenn es gut läuft – Instrumente für Generationen, die Menschen berühren und Ihnen Raum geben für Emotionen.

Wenn ich in einer Orgel zur Abnahme stehe (wie erst kürzlich in einer „Urkirche“) dann kann ich nur staunen darüber, mit wieviel Fleiß, Geschick und Einfühlungsvermögen Orgelbauer aller Zeiten gearbeitet haben.
Manchmal erscheint uns gleichgültig, was wir tun. Das läßt sich ändern! Aber es ist keineswegs egal, WIE wir die Dinge tun, die uns aufgegeben sind.

„Wer sucht, der findet!“ stammt zwar von einem gelernten Zimmermann. Für Orgelsachverständige gilt dieser Leitsatz wohl auch. Jedenfalls auf der Suche „nach dem guten Klang der Väter“ (so Albert Schweitzer).

Peter Ewers, Orgelsachveständiger

In der letzten Zeit habe ich für manche Kirchen- oder Synagogalgemeinde und Bauherrin einige Informationen aus dem Bereich der Akustik des Orgelbaus als Filmbeitrag zusammengestellt. Die in den Filmen genannten Hersteller oder Orgelbaumeisterwerkstätten dienen nur zur Veranschaulichung und Identifizierung und stellen selbstredend keinerlei Kaufempfehlungen dar, mit Ausnahme der Firmen Arp Schnitger, Silbermann und Aristide Cavaillé-Coll.

Peter Ewers: Film „Hybridlösung im Orgelbau“ Qualitative Aspekte zur Güte der elektroakustischen Abstrahlung (Leistung, Abstrahlfläche, frühe Reflexionen, Raumechos, Nachhall) und technische Realisation mit Punktstrahlern (mit neigbarem Öffnungs- und Abstrahlwinkel (Line-Array)), mit Hörbeispielen von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2020 (57 min, digital, Farbe, 30 fps, 1:2,35, Dolby Digital)

Film „Aspekte zur Planung eines Orgelneubaus“ von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2020 (22 min, digital, Farbe, 25 fps, 1:2,35, Dolby Digital).
Akustische Grundlagen für den Neubau einer Orgel, Anzahl der Register, Platzbedarf für Gehäuse und Windladen, Gewicht, Erläuterungen zu kugelförmigen Ausbreitung der Schallwellen, Primat des Raums, Vorschläge zur zeitgenössischen Prospektgestaltung

Film „Schimmel in der Orgel – Was nun? Einblicke. Auswege. Vorschläge“ Aspekte zur Schimmelprävention von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2020 (32 min, digital, Farbe, 25 fps, 1:2,35, Dolby Digital).

Physikalische Grundlagen zur Entstehung des Schimmelbefalls in der Orgel. Kondensatprävention durch cleveres Lüften mit einer Kreuztabelle. Temperierung der Gebäudehülle nach Henning Großeschmidt zur Schimmelprävention.

Film „Wie die Orgelpfeifen …“ Aspekte zum Metallpfeifenbau bei Aristide Cavaillé-Coll (1811-1899) von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2018 (25 min, digital, Farbe, 25 fps, 1:2,35, Dolby Digital).

Physikalische Grundlagen zur Entstehung eines Tons in der Orgelpfeife. Dokumentation des Herstellungsprozesses von Orgelpfeifen (Gießerei, Hobeln, Zuschnitt, Rundieren, Löten, Zusammenbau, Rasterung). Historische Aspekte zum Metallpfeifenbau bei Aristide Cavaillé-Coll (1811-1899).

Film „Frischer Wind“ Aspekte zur Windversorgung bei Aristide Cavaillé-Coll (1811-1899) von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2018 (10 min, digital, Farbe, 25 fps, 1:2,35, Dolby Digital).
Die Entwicklung und Verwendung des Magazinbalgs nach Alexander Cummings durch Aristide Cavaillé-Coll im französisch-symphonischen Orgelbau.

Bericht über den Bau des Bourdon 32′ nach Aristide Cavaillé-Coll in der Meisterwerkstatt für Orgelbau Albert Baumhoer, Salzkotten von Peter Ewers (Drehbuch, Regie). D 2017 (2 min, digital, Farbe, 25 fps, 1:2,35, Dolby Digital).